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Eine Hauptschule aus der Oberpfalz nominiert

 

Im Schuljahr 2010/2011 startete die Mittelschule Neunburg v. W. (damals noch Hauptschule) in eine neue Ära der Medienerziehung. Die Schule wurde vom Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) ausgewählt, die neuen Medien systematisch in den Schulalltag einzubinden und die so gewonnenen Erfahrungen anschließend an weitere Schulen weiterzugeben.

Neue Medien sind schon seit vielen Jahren in den Bayerischen Schulen ein Thema, dem sich Lehrer und Schüler engagiert widmen. Der Bereich beinhaltet einerseits die Nutzung elektronischer, digitaler und interaktiver Medien. Andererseits spielen auch der verantwortungsvolle Umgang mit den Medien und medienrechtliche Aspekte bei der Verbreitung eine große Rolle.

Das Senden von E-Mails, die Recherche von Themen im Internet, das Erstellen von Präsentationen oder der Austausch von Neuigkeiten in Sozialen Netzwerken wie Facebook sind dabei nur Einzelthemen in einer schnelllebigen, sich schier täglich neuerfindenden Medienwelt. Der rasante Zuwachs wird auch deutlich, wenn man sich vor Augen hält, dass man allgemein von einem Zeitraum von vier Jahren zur Verdopplung des Wissens ausgeht; im Bereich neue Medien liegt diese Halbwertszeit des Wissens bei nur knapp 1½ Jahren.

Während noch die Generation der Schülereltern – und auch die meisten Lehrerkräfte – mit Radio, Fernsehen, Videotext, BTX oder Videorecorder aufgewachsen sind, nutzen und beherrschen viele der heutigen Jugendlichen das Handy oder den Computer mit einer Selbstverständlichkeit, von der sich viele Lehrkräfte nur schwer eine Vorstellung machen können. Hier den Anschluss nicht zu verpassen, ist eine Kernaufgabe der neuen Referenzschulen.

Ziel ist, die Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler aber auch der Lehrerinnen und Lehrer und nicht zuletzt der Eltern zu stärken und durch einen schulspezifischen Medienentwicklungsplan zu unterstützen. Dieser umfasst sowohl ein medienpädagogisches als auch ein technisches Medienkonzept. Mit dem Projekt der Referenzschulen Medienbildung wird der Versuch unternommen, die Lücke zwischen Schülern und Lehrern, die mit Medien ganz selbstverständlich umgehen, und „Mediennovizen“, die in dieser Hinsicht eher etwas reserviert und unbefleckt sind, zu verkleinern.

Die Referenzschulen erstellen im ersten Schulhalbjahr einen sogenannten Medienentwicklungsplan. Bis zum Ablauf des folgenden Jahres soll ein Fortbildungskonzept und technisches Medienkonzept entwickelt, umgesetzt, kritisch geprüft und für die folgenden Schuljahre weiterentwickelt werden.

Läuft alles nach Plan, erhält die Schule im Juli 2012 das Qualitätssiegel „Referenzschule für Medienbildung“ verliehen. In den darauffolgenden Jahren unterstützt sie weitere Schulen mit dem Ziel, ebenfalls das Prädikat als „Referenzschule für Medienbildung“ zu erhalten und dadurch zu beweisen, dass die Einrichtung Schule eine Antwort auf die rastlose Entwicklung in den Neuen Medien hat.