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Mittelschüler informieren sich über alternative Energien

Erderwärmung, CO₂-Steuer, Energiewende, alles Schlagwörter, mit denen Schülerinnen und Schüler fast täglich konfrontiert werden – auch und gerade vor dem Hintergrund der momentanen „Friday-for-Future-Bewegung“.

Die Klasse 9b der Mittelschule Neunburg v.W. wollte es genau wissen, und informierte sich im Bayernwerk Schwandorf über Alternativen zu Erdöl & Co.

 

Auf breite Zustimmung in der Klasse stieß das Angebot der Bayernwerk AG Schwandorf, im Rahmen des Projekts „Zeitung in der Schule“ die Biogasanlage des Unternehmens in Dachelhofen zu besichtigen.

Der Technische Geschäftsführer, Herr Ritz, zeigte uns zunächst die Entwicklung des Betriebs auf: In den Jahren 2006 und 2008 wurden zwei Biogasanlagen in Betrieb genommen. Biogas ist ein brennbares Gasgemisch, hauptsächlich aus Methan und Kohlendioxid. Es wird durch Vergärung organischer Stoffe in den beiden Anlagen des Werks gewonnen. Die Baukosten für die kleinere betrugen 3,2 Millionen Euro, das in ihr gewonnene Gas wird zur Erzeugung von 750 KW Strom pro Stunde genutzt.  Der Bau der größeren Einrichtung verschlang 18,1 Millionen Euro, das darin gewonnenen Gas dient jedoch nicht der Stromgewinnung, sondern wird in eine zum Bayernwerk verlaufende Erdgasleitung eingespeist. So können Kunden aus den Regionen Schwandorf, Teublitz und Burglengenfeld das Gas in ihren Haushalten nutzen.

 

Das zur Energiegewinnung erzeugte Pflanzenmaterial durchläuft während der Vergärung verschiedene Stationen in der Anlage. Bakterien sind dabei die wichtigsten „Mitarbeiter“ bei der Erzeugung von Biogas. Sie verlangen ständig nach „Futter“, welches aus Mais, Gras, Grünroggen oder auch minderwertiges Getreide besteht, das von Landwirten aus der Umgebung produziert wird.  Auf die regionale Herkunft des Grüngutes von Feldern mit einem maximalen Radius von 15 km rund um Dachelhofen wird vom Unternehmen großer Wert gelegt. Zum einen, damit die „Ökobilanz“ stimmt, zum anderen aber, damit auch die Kosten–Nutzen–Rechnung aufgeht. Bevorratet wird das Material in riesigen Silos. Jedes der vier Lager hat die imposanten Maße von 135 Meter Länge, 30 Meter Breite und 5 Meter Höhe. Ein Lader entnimmt dreimal täglich die notwendige Ration und befüllt damit den „Fermenter“, wo bei 40 ° Celsius die Gasproduktion beginnt.  Dann durchläuft das Substrat weitere Stationen, bis auch der letzte Rest an Gas aus der Pflanzenmasse herausgeholt wurde. Am Ende des Prozesses werden schließlich die „unverdaulichen“ Reste als begehrter Dünger an Landwirte oder Gartenbesitzer abgegeben.  Ein „Kreislauf der Natur“ ist dann wieder geschlossen!

 

Was uns besonders erstaunte: manche hatten einen üblen, durch die Vergärung hervorgerufenen Geruch erwartet, mussten jedoch erstaunt feststellen, dass es in der gesamten Anlage nicht anders riecht als auf einem Bauernhof!

Und weiter: die größere der beiden Anlagen hat einen jährlichen Bedarf an Biomasse von 75.000 Tonnen, eine für uns unvorstellbare Menge. Welch gewaltige Massen hier in Biogas umgewandelt werden, konnten wir erst erahnen, als wir wieder von der Waage bei der Anlieferung runter gingen: unsere ganze Klasse wog einschließlich dem Lehrer „nur“ 1,5 Tonnen!

 

Nach einem äußerst informativen Vormittag ging es wieder zurück an die Schule.