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Unterrichtsfahrt Mödlareuth

Unterrichtsfahrt der Klassen 9a, 9b, 9M zum Unterrichtsort

„Deutsch-deutsches Museum Mödlareuth“

 

Herr Stefan Kuhn vom Kreisjugendamt Schwandorf organisierte und finanzierte für die drei 9. Klassen der Mittelschule Neunburg v. W. im Rahmen des Projekts „Selbstgewusst – Selbstbewusst“ einen Besuch im Deutsch-deutschen Museum in Mödlareuth.

 

Nach zweistündiger Fahrt erreichten wir das „geteilte Dorf“ Mödlareuth: einen Ort mit 59 Einwohner. Nach der Begrüßung durch eine Mitarbeiterin der Gedenkstätte informierte diese uns im Schulungsraum des Museums über die wechselhafte Vergangenheit des Ortes im Zusammenhang mit dem Grenzverlauf: Der kleine Bach, welcher durch die Mitte des Dorfes fließt, war bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs bereits die Landesgrenze zwischen Bayern und Thüringen. Nach 1945 trennte er infolge der „Potsdamer Konferenz“ die sowjetische von der amerikanischen Besatzungszone und bildete nach Gründung der „BRD“ und „DDR“ die „Demarkationslinie“ zwischen den beiden deutschen Staaten.

 

Dem schloss sich ein Rundgang im Außenbereich an. Die Führerin nahm uns zuerst mit auf eine „imaginäre“ Fahrt vom Landesinneren der „DDR“ an die Staatsgrenze zur Bundesrepu-blik Deutschland:

Bei einer Fahrt durch die 5km breite „Sperrzone“ mussten sich Bewohner grenznaher Ortschaften bereits einer mehrmaligen Kontrolle unterziehen. Ohne entsprechende Dokumente wurde jede Weiterfahrt unterbunden. 500m vor der Grenze begann der „Schutzstreifen“: in dieses Gebiet wurden nur Personen durchgelassen, die dort wohnten, arbeiteten oder sonstige wichtige Gründe für einen Aufenthalt hatten. Den letzten Abschnitt bildete der „Kontrollstreifen“, auch „Todesstreifen“ genannt. Neben einem Minenfeld wurde der Grenzverlauf durch Stacheldraht, Stahlzäune, mit Metallsplittern geladene Selbstschuss- anlagen, Wachhunden, elektronischen Meldeanlagen und mancherorts einer Mauer gegen „Republikflüchtlinge“ gesichert. Diese Grenzbefestigungen wurden ständig verbessert, um jede Flucht in den Westen nach Möglichkeit zu verhindern. Von Wachtürmen aus beobachteten Grenzposten rund um die Uhr die nachts beleuchtete „Zonengrenze“.

Die Führerin berichtete von mehreren Fällen, in denen Menschen beim Versuch, die Absperrungen zu überwinden, ums Leben kamen. Hin und wieder gelang es Personen aber auch, unverletzt in die Bundesrepublik zu flüchten. Mit Milliardenkrediten erreichte es der damalige bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß, die DDR-Führung zur Sprengung der Landminen und zum Rückbau der tödlichen Selbstschussanlagen zu veranlassen.

 

Nach der politischen „Wende“ wurden im Rahmen der „Wiedervereinigung“ die Absperrungen entlang der Grenze entfernt. In Mödlareuth dagegen blieben diese zur Mahnung an die menschenverachteten Methoden der Grenzbefestigungen durch die

„DDR-Führung“ erhalten. Der Bach, welcher durch die Dorfmitte fließt, bildet heute wieder die Landesgrenze zwischen dem Freistaat Bayern und dem Bundesland Thüringen.